Bremsflüssigkeiten bestehen aus Polyglykolverbindungen, eher seltener kommen Silikonflüssigkeiten und Mineralöle zum Einsatz. Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch, das heißt, sie nimmt aus der Luftfeuchtigkeit Wasser auf. Dies ist zwingend notwendig, um zu vermeiden, dass Wasser in Tropfenform im Bremssystem vorkommt. Tropfenbildung wird vermieden, indem das aufgenommen Wasser vollständig gelöst wird. Wassertropfen könnten zu Korrosion führen oder bei niedrigen Temperaturen gefrieren.
Allerdings hat zu viel aufgenommenes Wasser in der Bremsflüssigkeit den Nachteil, dass es den Sie-depunkt senkt. Ist der Siedepunkt zu gering, kann bei Erhitzung der Bremsen Blasenbildung entstehen und zum Ausfall der Bremsen führen.
Auf Grund der Aufnahme von Wasser werden Bremsflüssigkeiten mit zunehmender Alterung un-brauchbar. Im Betrieb einer Bremse können sich Bremsscheiben und Bremsbeläge auf etwa 700°C erwärmen. Dadurch verdampft das aufgenommen Wasser wieder.
Der Siedepunkt beschreibt die Eigenschaft einer Bremsflüssigkeit. Der Trockensiedepunkt gibt die Siedetemperatur einer neuen Flüssigkeit an, der Nasssiedepunkt die Eigenschaft am Ende des Lebenszyklus.
Bremsflüssigkeit ist nach DOT in drei Klassen eingeteilt, wobei die besten Werte für den Trockensiedepunkt und Nasssiedepunkt DOT 5.1 erreichen.